Souverän mit schmerzhafter Kritik umgehen…

Kennen Sie das? Sie haben sich einer Aufgabe, eines Projektes oder eines Themas angenommen und sich engagiert. Und dann bringen Ihre Mitmenschen als erstes deutlich zum Ausdruck, was nicht gut oder noch unrund ist? Ganz klar trifft Sie diese Kritik zunächst persönlich. Lernen Sie mit Kritik umzugehen! Machen Sie sich bewusst, dass Engagement und Tatkraft angreifbar machen. Aber immerhin tun Sie etwas und allein dafür gebührt ihnen schon Respekt, denn es erfordert Mut, voran zu gehen.

Schauen wir uns zuerst an, mit welchen Typen von Kritikern wir es denn überhaupt zu tun haben:

1. Die Meckerer reagieren schnell mit Ablehnung auf Neues:

Der Besserwisser und Kritiker ist überall zu finden…

„Denkst Du wirklich, dass das funktioniert? Das macht sicher ganz viel Arbeit“

Hier herrscht die Angst vor den Konsequenzen oder Veränderungen vor.

 

 

 

2. Die Unsensiblen üben Kritik, eher wie der Elefant im Porzellanladen:

„Das ist total unausgereift, da kann ich nichts mit anfangen, was hast Du Dir dabei gedacht?“ Aus Bequemlichkeit und Angst vor Veränderung ist man unsachlich.

3. Die Sensiblen, die mit viel Worten um den heißen Brei herum reden:

„Es hört sich nicht schlecht an, aber ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Geht das auch irgendwie anders?“ Hier herrscht die Angst vor, zu verletzen. Was wenig hilfreich ist.

4. Die Seltenen äußern berechtigte Kritik im höflichen und sachlichen Rahmen:

„Endlich hat sich mal jemand über das Thema Gedanken gemacht. Hast Du auch überlegt, wie die Aufgaben zu verteilen sind? Dann ist es für mich rund.“ Durch Sachlichkeit und Anerkennung der eigenen Initiative können wir hier die Kritik leichter annehmen.

Im Falle der ersten drei Typen gilt: Die Verhaltensweisen sind Schutzschilder der Kritikübenden. Nehmen Sie das auf keinen Fall persönlich. Fragen Sie nach, was genau gemeint ist. Ohne konkrete Angaben können Sie Ihre Idee / Konzept nicht verbessern.

Für den vierten Typ gilt: Nehmen Sie das Gesagte ernst. Oft bezieht sich die geäußerte Kritik auf eine Marotte, die man selbst schon bemerkt hat. Wie zum Beispiel die Angst „nein“ zu sagen oder die Unannehmlichkeit Projektmitstreiter offen in die Pflicht zu nehmen. Bei Kritik souverän bleiben, ist Übungssache: Es ist, wie es ist! Wer denkt, dass Lob die Regel und Kritik die Ausnahme ist, irrt. Auch wenn Ihr Vorschlag noch so perfekt sein mag, wird er eine Reaktion von Ihren Mitmenschen hervorrufen. Sie werden also wahrgenommen. Werten Sie das als Feedback und nicht als Angriff. Nehmen Sie es sportlich! Filtern Sie die unschönen Töne raus und bewerten Sie für sich den sachlichen Kern. Wenn Sie so Ihre Idee verbessern können, ist das ein Erfolg. Am Ende des Tages müssen Sie von dem, was Sie tun, überzeugt sein und nicht Ihr Gegenüber. Schaffen Sie sich Freiraum, um die eigene Entscheidung zu überprüfen! Mit diesem Satz signalisieren Sie z. B., dass Sie zugehört haben und sich mit dem Inhalt der Kritik beschäftigen werden:

„Danke für Dein offenes Feedback. Ich denke noch einmal darüber nach.“

Lernen Sie zu unterscheiden! Rein inhaltlich kann Kritik persönlich oder sachlich sein. Meistens wird beides gemixt. „Endlich hat sich mal jemand über das Thema Gedanken gemacht. Aber es war ja klar, dass Du zu bequem bist, um Dir über die Aufgabenverteilung Gedanken zu machen…“

Wenn der Kritiker die beiden Wörter „zu bequem“ weggelassen hätte, wäre es sachlich geblieben, so fühlen Sie sich persönlich angegriffen, ertappt oder sind verletzt. Reagieren Sie nicht emotional, auch wenn Sie der Inhalt auf 180 gebracht hat. Das ist nicht leicht, aber erlernbar.

Diese Techniken helfen:

– Schleusen Sie die unsachlichen Äußerungen durch das eine Ohr rein und durch das andere Ohr raus.

– Machen Sie eine kurze Pause und gehen Sie zum Durchatmen vor die Tür.

– Denken Sie z. B. an eine Comicfigur oder eine Tierart, die am besten auf den Kritiker passt, und lassen Sie ihn so reden oder sich bewegen, um Abstand zu gewinnen und die unqualifizierten Inhalte nicht an sich heran zu lassen. Mit ein bisschen Übung funktioniert das wunderbar, auch wenn es sich schräg anhört. Probieren Sie es aus. Sachliche Kritik dagegen bezieht sich auf das Thema und die Arbeit an sich. Hier ist es hilfreich, die Feedbacks zu prüfen und zu reflektieren.

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wer mir schmeichelt, ist mein Feind, wer mich tadelt, ist mein Lehrer.“ Sie sollten also unbedingt den Mut haben über den eigenen Schatten zu springen. Holen Sie sich im Zweifel eine zweite Meinung ein oder schlafen Sie eine Nacht darüber. Also immer schnell abchecken: Ist es persönlich oder geht es um die Sache? Wenn Sie das schaffen, können Sie auch an Kritiken wachsen. Fazit: An sich ist Kritik eine gute Sache. Sie bedeutet in erster Linie, dass man wahrgenommen wird. Das ist gut so. Die Entscheidung, ob die Kritik angebracht ist und dadurch wertvollen Input beinhaltet, trifft jeder aber für sich selbst. Und auch das ist gut so!

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